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Was heute wichtig ist:
 
 
1. Top-Thema: Dortmunder (21) knackt mit Sneakern die Umsatzmillion
 
 
2. Entscheiderin der Woche: Miriam Ellermann – Geschäftsführerin von Betten Bormann
 
 
3. Zitat der Woche: Was der Personalmangel mit Dortmunds Gastronomen macht
 
 
4. Newsflash: Gourmedo-Comeback und Galeria-Krise
 
 
5. Zahl der Woche: Millionen-Invest für die Energiewende mit Dortmunder Beteiligung
 
   
 
Autorenbild von Dennis Pesch
 
  Heute von Dennis Pesch  
 
 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 
  manche Termine verschiebt man ein-, zwei-, dreimal – und wenn sie dann endlich stattfinden, bringen sie eine Geschichte mit, mit der man nicht gerechnet hat. So ging es mir mit Boris Boykinov. Drei Anläufe hat es gebraucht, bis wir uns gegenübersaßen. Der Dortmunder ist 21 Jahre alt und macht in diesem Jahr seine erste Umsatzmillion.

Was ich erwartet hatte: einen enormen Leistungseifer, wie er sich bei so vielen Unternehmern zeigt. Den habe ich auch gefunden. Was mich aber überrascht hat: Boykinov hat über genau diesen Eifer längst selbst nachgedacht. Er stellt sich heute die Frage, ab welchem Punkt er eigentlich glücklich ist mit dem, was er erreicht hat. Eine Frage, die sich viele deutlich ältere Unternehmer erst später stellen und die mich seit unserem Gespräch begleitet.

Wie der 21-Jährige sein Unternehmen aufgebaut hat, erfahren Sie im heutigen Top-Thema. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.
 
  Ihr Dennis Pesch  
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Illustration eines Balkendiagramms als Symbol für das Top-Thema Wirtschaft
 
 

TOP-THEMA

 
  Dortmunder (21) knackt mit Sneakern die Umsatzmillion  
  Darum geht es: Boris Boykinov läuft durch Büroräume, die noch keine sind: ein Keller an der Stadtkrone Ost, drei Schreibtische, sonst steht hier fast nichts. Hier führt der 21-jährige Dortmunder seine Firma Lockmysneaker, die Sneaker in Handarbeit veredelt – inzwischen fast ausschließlich für Firmenkunden. Gegründet hat er sie schon als Schüler, heute fertigen sieben Beschäftigte in einem eigenen Atelier in Bulgarien. In diesem Jahr überschreitet sein Umsatz erstmals die Millionengrenze.  
    Beitragsbild zum Artikel    
  Boris Boykinov in seinen neuen Büroräumen an der Stadtkrone Ost © Carmen Körner  
  Darum ist es wichtig: Die Zahlen zeigen, wie schnell hier etwas wächst: rund 100.000 Euro Umsatz 2023, rund 450.000 ein Jahr später, 780.000 im Jahr 2025 – und fürs nächste Jahr plant Boykinov eine Verdopplung. Sich selbst zahlt er ein gutes Gehalt aus, der Rest fließt zurück in die Firma. Die Geschichte erzählt aber auch vom Preis des Erfolgs: Boykinov definiert sich über das, was er leistet, und stellt sich mit 21 die Frage, wann er eigentlich zufrieden sein darf. Seine Eltern kamen vor rund 30 Jahren aus Bulgarien nach Deutschland und arbeiteten sich von null hoch. Für ihn wurde daraus ein Auftrag.  
 

„Ich will nicht mein Leben lang nur dem nächsten Schritt hinterherrennen und denken, ich werde jetzt glücklich sein – und werde es nicht.“


Boris Boykinov, Gründer von Lockmysneaker
 
  Das sagt Boris Boykinov: Kompetitiv war er nach eigener Aussage schon als Kind – mit 14 reparierte er kaputte Spielecontroller und verkaufte sie weiter. Auch über teure Sneaker ärgerte er sich zuerst, dann lernte er auf YouTube, sie selbst zu veredeln, und steckte 250 Euro gespartes Taschengeld in die ersten Paare. Für den Durchbruch gewann er den Influencer Knossi – mit einer handgeschriebenen Karte, die er über dessen Freundin in einen Schuhkarton legte. Als eine Firma aus seiner Geburtsstadt Herdecke 40 Paar mit Logo für ihre Mitarbeiter bestellte, stellte der damals 17-Jährige komplett auf Firmenkunden um. Im Juli starb seine Mutter. Den Verlust sprach Boykinov in seinem Team offen an und bat um Unterstützung.  
    Beitragsbild zum Artikel    
  Boykinov im Gespräch mit Wirtschaftsreporter Dennis Pesch © Carmen Körner  
  So geht es weiter: Fürs kommende Jahr will Boykinov den Umsatz verdoppeln. Zugleich baut er die Firma so um, dass sie ihn weniger braucht: Er holt seine wichtigsten Leute mit in die neuen Räume an der Stadtkrone Ost und gibt Verantwortung ab. Einen Tag pro Woche verordnet er sich bewusst Pause, Rat holt er sich bei älteren Unternehmern.
  • Was ein Familiengericht mit seiner Unternehmensgründung zu tun hatte – und warum zu Hause immer drei Briefe gleichzeitig ankamen.
 
 
   
 
Illustration eines Porträtbildes für Rubrik Entscheiders der Woche
 
 

ENTSCHEIDERIN DER WOCHE

 
  Miriam Ellermann – Mitinhaberin von Betten Bormann in dritter Generation  
    Porträts der Entscheiderin oder des Entscheiders    
  Miriam Ellermann (29) wurde von Christian Schmitt nominiert. Ihr Weg bei Betten Bormann begann 2012 als Praktikantin. Nach ihrer mit Bestnote abgeschlossenen Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau qualifizierte sie sich zur Schlaf- und Einrichtungsberaterin. Bereits 2017 übernahm sie mit 20 Jahren die Leitung des Dortmunder Beraterteams und wurde in den Produktausschuss des Einkaufsverbands MZE berufen.

Seit 2019 verantwortet sie operativ Vertrieb und Marketing, seit 2022 als Mitglied der Geschäftsführung. Gemeinsam mit ihrem Ehemann führt sie das Familienunternehmen als Mitinhaberin in dritter Generation. Die Expansion nach Münster und Essen trieb sie maßgeblich voran. Im Einkaufsausschuss des Alliance-Verbands gestaltet sie Sortimente für über 400 Möbelhäuser mit. Darüber hinaus engagiert sie sich im Rotary Club Dortmund-Hörde für Hilfsprojekte. Aus ihrer Leidenschaft fürs Reisen gründete sie 2023 ein eigenes Reisebüro.
 
 
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Illustration eines Zitats als Symbol für Wirtschaftsthemen
 
 

ZITAT DER WOCHE

 
 
„Da ist man natürlich als Arbeitgeber ein bisschen verzweifelt.“

Toni Pace, Inhaber von Tonis Gusto. Der Dortmunder Gastronom findet nach eigener Erfahrung zwar grundsätzlich Personal. Schwierig sei es, motivierte Mitarbeiter zu finden. Wie sich der Personalmangel in Dortmunder Restaurants auf die Gäste auswirkt.

 
 
   
 
Illustration eines Smartphones mit Diagramm als Symbol für Wirtschaftsnews
 
 

WIRTSCHAFTSNEWS

 
  Gastro-Festival Gourmedo gerettet  
    Beitragsbild zum Artikel    
  Marc Schauf und Uwe Helmich von den Dortmunder Brauereien stoßen mit Bounty-Chef Sven Stute auf dem Friedensplatz an. © Stephan Schütze  
  Nach der Insolvenz der Agentur Mosaik haben die Dortmunder Brauereien das Fest neu vergeben: Sven Stute, der seit mehr als zehn Jahren Dortmund à la carte ausrichtet, plant die Gourmedo für August 2027. Ob das Schirmdach „Magic Sky“ zurückkehrt, hängt an der Wirtschaftlichkeit. Mehr lesen  
 
   
  Dortmunds City droht ein zweites Kaufhaus-Desaster  
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  Galeria ist zum dritten Mal in sechs Jahren insolvent. © Stephan Schütze  
  Gut 100 Jobs am Westenhellweg und 1250 in Unna hängen an der insolventen Warenhauskette – und der Ex-Kaufhof nebenan zeigt, wie lange ein Loch dieser Größe offenbleiben kann. Ein Kommentar darüber, warum die Stadt jetzt einen Plan braucht. Mehr lesen  
 
   
  Chinesen wollten seine Firma kaufen  
    Beitragsbild zum Artikel    
  Nils Sondermann (r.) wird Partner von Firmengründer Frank Weiss. © Marcel Drawe  
  Der Sondermaschinenbauer Weiss Anlagentechnik aus Holzwickede beherrscht mit rund 30 Mitarbeitern einen Weltmarkt: Lkw weltweit fahren mit Federn aus seinen Anlagen. Statt sein Lebenswerk nach China zu verkaufen, macht der Gründer seinen langjährigen Mitarbeiter Nils Sondermann zum Geschäftsführer und Partner. Mehr lesen  
 
   
  Heinz Overkamp wird für sein Lebenswerk mit City-Ring geehrt  
    Beitragsbild zum Artikel    
  Der Gastronom Heinz Overkamp erhält den renommierten Dortmunder City-Ring. © Wolfram Kiwit  
  Der 80-jährige Gastronom vom Höchsten erhält im Januar 2027 den 51. City-Ring der Dortmunder Kaufleute. Geehrt wird vor allem der Mitbegründer von Dortmund à la carte, der die Gastronomie 1985 in die City holte. Mehr lesen  
 
   
  40 Bilder vom Business Schlenderclub in Dortmund  
    Beitragsbild zum Artikel    
  Simon Schlomberg und Carlo Raphael in der Abendsonne am Phoenix-See © Leopold Achilles  
  Rund 50 Unternehmer, Kreative und Entscheider zogen bei der fünften Ausgabe mit Wegbier einmal um den Phoenix-See – bis zur Stehbierhalle der Bergmann Brauerei. Die besten Bilder vom Abend gibt es hier. Mehr lesen  
 
   
  Bodenrichtwerte steigen in zehn Jahren um 82 Prozent  
    Beitragsbild zum Artikel    
  Großzügige Häuser und viel Grün prägen die nördliche Gartenstadt. © Tim Ruben Weimer  
  Kaum irgendwo in NRW legen Grundstückswerte so stark zu wie in Dortmund – doch zwischen den Stadtteilen liegen Welten. Während Gartenstadt und Berghofen gewinnen, hinkt der Nordwesten hinterher. Mehr lesen  
 
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Illustration eines Prozentzeichens als Symbol für die Zahl der Woche
 
 

ZAHL DER WOCHE

 
 
250 Millionen Euro

So viel investiert das Amsterdamer Unternehmen Giga Storage in einen der größten Batteriespeicher Deutschlands und der Dortmunder Netzbetreiber Amprion holt ihn ans Stromnetz. Der Speicher bei Neuenkirchen in Niedersachsen soll ab 2028 vier Stunden lang 350 Megawatt liefern, rechnerisch der Tagesbedarf von rund 193.000 Haushalten. Unterzeichnet wurde der Netzanschlussvertrag auf Phoenix-West. Quelle: Amprion/Giga Storage.

 
 
   
 
Illustration einer Lesebrille als Symbol für Leseempfehlungen
 
 

LESEEMPFEHLUNG

 
 
  • Fritz Brinkhoff war Dortmunds berühmtester Bierbrauer Doch so manche Legende stimmt nicht Mehr
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